Sternbild
Shownotes
Geschichten am Nachthimmel...
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Transkript anzeigen
00:00:00: Sternbilder.
00:00:02: Ein Sternbild ist nach verbreiteter Vorstellung eine Gruppe von freiäugig sichtbaren Sternen.
00:00:09: Durch das Erkennen von Mustern entsteht dabei der Eindruck einer Figur.
00:00:15: Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in der Sphärischen Astronomie durch eine internationale Übereinkunft die Grenzen von achtundachtzig Sternbildern festgelegt.
00:00:27: so ist die Himmelskugel vollständig aufgeteilt und die Bezeichnungen von Himmelskörpern werden erleichtert.
00:00:36: Nach heutiger Auffassung beschreibt die internationale Astronomische Union ein Sternbild als eine genau nach Koordinaten festgelegte Fläche am Himmel.
00:00:46: Die Namen dieser Flächen gehen auf alte Kulturen des Nahen Ostens, des Nordöstlichen Afrikas und wahrscheinlich einiger südosteuropäischer Regionen zurück.
00:00:58: Dazu gehören das alte Mesopotamien, das alte Ägypten, dass den heutigen Sudan, Libyen und weitere Gebiete umfasste sowie das alte Griechenland.
00:01:11: Funktionen und Ursprung Sternbilder dienten in vielen Kulturen vor allem der Orientierung im Zeit- und Raum.
00:01:20: Ihre Namen gehen oft auf alte Zeitrechnungen und kulturelle Kalender zurück.
00:01:26: Auch bei langen Reisen an Land und auf dem Meer waren sie eine wichtige Hilfe, um sich zu orientieren.
00:01:35: Heute nutzt man Sternbilder, um den Himmel zu kartieren – und astronomische Objekte bestimmten Orten zuzuordnen.
00:01:44: Die Internationale Astronomische Union hat ihre Grenzen nach Himmelskoordinaten festgelegt.
00:01:50: Damit lassen sich Sterne und vorübergehende Himmelserscheinungen wie Meteore oder Novae genau verorten.
00:01:59: Sterne- und Sternbilder sind in vielen Kulturen auch mit Glaubensvorstellungen zum Tod, zur Seele und zur Geburt verknüpft.
00:02:09: An vielen Orten der Erde nahmen an, dass die Seele bei der Geburt von oben herab steigt oder beim Tod wieder aufsteigt.
00:02:19: Die Milchstraße sowie bestimmte Gruppen und Figuren am Himmel erhielten eine symbolische Bedeutung.
00:02:26: Diese spirituellen Vorstellungen bereiteten schließlich den Weg für astrologische Lehren, von der Erde aus betrachtet stehen Sterne innerhalb eines Sternbildes scheinbar nah beieinander weil sie am Himmel ähnliche Koordinaten haben.
00:02:45: in Wirklichkeit können ihre Entfernungen sehr unterschiedlich sein.
00:02:49: Mithilfe der Parallaxe lässt sich bestimmen, wie weit jeder Stern von unserem Sonnensystem entfernt ist.
00:02:58: Manche Sterne eines einzelnen Sternbildes liegen tatsächlich viel weiter auseinander als es zunächst aussieht.
00:03:06: Gleichzeitig kann es vorkommen dass zwei Sterne die zu unterschiedlichen Sternbildern gehören einander im All näher sind als Sterne, die demselben Sternbild zugeordnet werden.
00:03:19: Historische Entwicklung der Sternbilder Mit dem bloßen Auge sind am Sternenhimmel fast nur Himmelskörper zu sehen, die zu unserer Milchstraße gehören.
00:03:30: Eine seltene Ausnahme ist zum Beispiel der Andromeda-Nebel – alle dauerhaft sichtbaren Sterne sind daher Teil der Milchstrasse!
00:03:39: Nur Supernovae können manchmal so hell leuchten dass sie vorübergehend als extragalaktische Sterne erkennbar.
00:03:49: Ein Beispiel dafür ist die Supernova SN-Ninzehnhundertsiebenundachtzig A, in der großen magilanischen Wolke erschien.
00:04:01: Ihre scheinbare Helligkeit betrug rund zwei Komma acht Magnituden so dass sie mit bloßem Auge sichtbar war.
00:04:11: Helle Sterne nutzten Menschen vermutlich schon in der Jungsteinzeit zur Orientierung.
00:04:16: Dabei wurden sie zu Gruppen zusammengestellt und als Figuren interpretiert.
00:04:22: Da es keine schriftlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt, lässt sich dies nur schwer belegen – bestimmte Sternbilder dienten als Grundlage früher Kalender.
00:04:33: In verschiedenen Naturreligionen ist noch heute zu erkennen wie Himmel-und-Natur
00:04:38: zusammenhängen.".
00:04:41: Später integrierten Kulturen in Eurasien, die Gestirne in neue Religionen und deuteten sie um.
00:04:49: Mit der Bildung großer Reiche gingen viele ursprüngliche Bedeutungen verloren.
00:04:55: Seit der Antike ordnet man Sternmuster vor allem mythologischen Figuren, Tieren oder Gegenständen zu.
00:05:03: Ein bekanntes Beispiel ist der große Beer, dessen Sieben hellste Sterne auch Großer Wagen genannt werden.
00:05:11: Sternbilder spielen in vielen Kulturen eine Rolle und lassen sich bis in frühe Hochkulturen zurückverfolgen.
00:05:19: Menschenähnliche Gestalten wie Orion, verschiedene geometrische Formen und lange Sternreihen hatten oft eine besondere Bedeutung.
00:05:29: Die heutigen Sternbilders stammen ursprünglich aus dem vorderen Orient und Nordafrika.
00:05:36: Schon im antiken Griechenland waren zahlreiche Konstellationen bekannt, die von der griechischen Mythologie geprägt wurden.
00:05:45: Claudius Ptolemaeus listete im zweiten Jahrhundert nach Christus in seinem Werk Alma-Gäst «Achtundvierzig Sternbilder» auf.
00:05:54: Sie bilden bis heute die Grundlage für Bezeichnungen und Zuordnungen.
00:06:00: Während der großen Entdeckungsreisen zwischen sixteenhundert und achtzinhundert kamen weitere Sternbilder für bislang unbekannte Regionen des Südhimmels hinzu.
00:06:10: Seit nineteenhundertzweiundzwanzig sind offiziell standardisierte Sternbildern festgelegt.
00:06:18: Ninzehnhundert achtundzwantzig definierte man ihre Grenzlinien endgültig, insgesamt gibt es achtundachzig Sternggebiete jedoch neunundachtzig Namen.
00:06:29: Das liegt am historischen Übernamen Argo, der mehrere Teilbereiche eines Schiffes umfasste.
00:06:37: Die Astrognozie ist der Teil der Astronomie, der sich mit Sternbildern und Sternzügen beschäftigt.
00:06:45: Die Namen der Sternbilder sind wichtig für die systematische Benennung einzelner Sterne!
00:06:51: Dabei kommt jeweils ein griechischer Buchstabe zusammen mit der lateinischen Bezeichnung des zugehörigen Sternbilds zum Einsatz, wie bei Alpha Centauri.
00:07:02: Bedeutung der Sternbilder Sternbilderspielten früher eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Kalenders.
00:07:10: In der Inkartradition sowie bei mehreren Aborigines in Australien zeigt ihre Form welche Tiere gerade brüten oder Junge säugen.
00:07:21: Außerdem lassen sie erkennen, wann Regen oder Trockenzeit beginnt.
00:07:26: In der chinesischen Kultur sowie in Korea und Japan fasst man sehr kleine Sternbilder zu größeren Gruppen zusammen.
00:07:36: Ähnlich wie das Sommerdreieck und das Wintersex-Eck veranschaulichen Sie den wechselnden Blick auf den Himmel im Lauf der Jahreszeiten.
00:07:45: Sternbilder und Asterismen tauchen auch in alten griechischen und lateinischen Lehrgedichten auf, in denen sie zur Einteilung der Jahreszeiten dienten.
00:07:56: Die Figuren der Sternbilderselbst sind nur aus der Sicht des Beobachters erkennbar – dass die Sterne eines Sternbilds nahe beieinander zu stehen scheinen, beruht auf dem Projektionseffekt!
00:08:11: Die zwölf Tierkreiszeichen, die auf babilonische Sternbilder der Ägyptik zurückgehen bildeten einst einen alten Mondkalender für die Zeitrechnung.
00:08:22: Später wurden sie eine Grundlage der griechisch-römischen Astrologie.
00:08:26: Durch die Präzession verschoben sich die Sternbildern jedoch um etwa dreißig Grad im Vergleich zu den Tierkreistzeichen so dass sie nicht mehr übereinstimmen.
00:08:38: Die westliche Astrologie lehnt deshalb Deutungen ab, die sich auf die tatsächlichen Sternbilder beziehen.
00:08:46: In der Astronomie nutzte man Sternbildern schon in der Antike – um in Sternkatalogen Positionen am Himmel anzugeben.
00:08:55: Noch um eighteenhundert ordnete man Himmelsobjekte nach Sternbilderen, wechselte aber kurz darauf zu Koordinatenangaben mit Rektors Zension und Deklination.
00:09:08: Die Benennung sichtbarer Sterne im Bayer-Flamsdie-System aus dem frühen siebzehnten und dem frün achzehnten Jahrhundert stützt sich weiterhin auf diese Einteilungen des Sternhimmels.
00:09:21: Obwohl Sternbilder heute weniger praktische Bedeutung haben, üben Sie bis heute eine große Faszination auf Menschen unter einem dunklen Nachthimmel aus – sie tragen wesentlich zur Popularisierung der Astronomie bei!
00:09:37: Die Didaktik der Astronomie nutzt sie, oft zusammen mit alten Erzählungen um junge Menschen für den Sternenhimmel zu begeistern und ihnen den Weg zur modernen Astronomie zu ebnen.
00:09:51: Ursprung der Sternbilder Sternbildern waren vermutlich schon in prähistorischer Zeit bekannt – auch zahlreiche frühzeitliche Kulturen ohne Schrift kannten Sternbilders.
00:10:03: Dazu gehören zum Beispiel die nordamerikanischen Indianer, die Aborigines und die Sun im südlichen Afrika.
00:10:12: Wie weit erste Sternbilder in die europäische Frühgeschichte zurückreichen ist unklar – es gibt die Vermutung dass im Stiersaal der Höhle von Lascaux ein vollständiger Tierkreis dargestellt sein könnte!
00:10:27: Eine Gruppe von Punkten oberhalb eines Auerochsen lässt sich möglicherweise als die Pleiaden deuten.
00:10:35: Ihre Anordnung entspricht ungefähr den Abständen der Pleiaten am Himmel, allerdings sind Überlieferung und Zusammenhang der Sternbilder dieser Zeit mit anderen Traditionen ungewiss.
00:10:47: Um die Pleiadens so zu erkennen müsste der Auerokse außerdem als eigenes Sternbild betrachtet werden!
00:10:56: In alt-Egyptischen Grabanlagen finden sich ebenfalls Darstellungen von Sternbildern, etwa im Grab von Setos dem Ersten.
00:11:05: Im Tempel von Dendera aus dem ersten Jahrhundert vor Christus sind vorwiegend babilonische und griechische Sternbilder zu sehen – allerdings in egyptischer Bildsprache.
00:11:18: Sternbilders des Alterthums.
00:11:21: Die ältesten heute bekannten Sternbilden gehen auf die alten Ägypter und die Babylonier zurück.
00:11:29: In seiner griechischen Form übernahmen Fachleute den Tierkreis als Koordinatensystem aus Babylon im Rahmen mathematischer Astronomie.
00:11:39: Erste Sternbilder des Tierkreises wurden bereits im dritten Jahrtausend vor Christus erwähnt, ein vollständiger Tierkreise entstand ungefähr vierhundertzehn vor Christos.
00:11:51: Damals beobachteten Forscher das scheinbare Zusammentreffen von Planeten und Sternen in bestimmten Sternbildern.
00:11:59: Aristoteles berichtete im vierten Jahrhundert vor Christus, in seiner Schrift Meteorologiker über diese Beobachtungen.
00:12:08: Heutige Tierkreiszeichen stimmten vor ungefähr zwei tausend einhundert Jahren mit den gleichnamigen Sternbilder überein.
00:12:16: Durch die Präzession haben sie sich jedoch verschoben.
00:12:20: Die Ekliptik führt zudem teilweise durch den Schlangenträger, ein Sternbild das bereits in der Antike bekannt war.
00:12:28: Dennoch zählt es nicht zu den Tierkreiszeichen.
00:12:32: Erathostinis beschrieb die Entstehung von vierundvierzig Sternbildern in seinen Katasterismen.
00:12:39: Einige Jahrhundertes später nannte Ptolemeus achtundvierzig Sternbilder – die meisten tragen Namen aus der griechischen Mythologie doch manche gehen auch auf alte Wetterregeln in der Egeis oder auf barbilonische Wurzeln zurück.
00:12:56: Die mathematische Astronomie des antiken Griechenlands gehört zu einer literarischen Tradition, die vor allem durch die Lehrgedichte Feinomena von Arathos von Soloi und das Poetikon-Astronomicon von Hyginus bis ins Mittelalter weitergegeben wurde.
00:13:15: Der Ptolemeische Sternkatalog im Almagest, in dem die Sterne der Bilder aufgelistet sind war zuerst nur in der arabischen Welt bekannt.
00:13:25: Seit dem zwölften Jahrhundert fand er durch Übersetzungen aus dem griechischen und arabischen schließlich auch Verbreitung in der lateinischen Welt.
00:13:35: Viele bis heute verwendete Sternnahmen basieren auf Überlieferungen arabischer Gelehrter.
00:13:41: eigene neue Sternbilder schufen sie jedoch nicht, sondern übernahmen jene aus der Antike.
00:13:48: Ältere preislamische Sternbildern gingen verloren und sind nur in wenigen bildhaften Überlieferungen festgehalten – als Sufi zeigte zum Beispiel die Kasiopeia gemeinsam mit dem Bedouinen-Sternbild Kamel.
00:14:04: Das heutige Sternbild Haar der Berenike war in der Antike nur als kleiner Sternhaufen bekannt und zählte damals zum Löwen.
00:14:14: Augustus führte einst einen sogenannten Thron des Zäser am Himmel ein, der aber später nicht mehr benutzt wurde.
00:14:22: Das alte Sternbild Antinos entstand, als der römische Kaiser Hadrian seinen im Niel umgekommenen Favoriten verehren wollte.
00:14:32: Der Überlieferung nach opferte sich Antinus, um Hadrians Leben zu verlängern und das Sternbild geht vermutlich auf eine barbilonische Vorlage zurück.
00:14:43: Zunächst galt es als Teil des Adlers – und war kein eigenes Sternbild!
00:14:49: In der Neuzeit wurde Antinous kurzzeitig als eigenständiges Sternbild eingeführt ist aber heute nicht mehr in Gebrauch.
00:14:58: Da AntinUS in den Klauen des Adlas dargestellt wurde er gelegentlich mit Ghanimet gleichgesetzt, was sich gut in dessen Mythos einfügt.
00:15:10: Neuzeitliche Erweiterungen Weitere Sternbilder wurden in der Neuzei zuerst am Südhimmel eingeführt.
00:15:18: Dieser Teil des Himmels war den Europäern in der Antike unbekannt.
00:15:23: Johann Bayer übernahm in seiner Uranometria aus sixteenhundert drei einige Sternbilders von Petrus Plantius.
00:15:32: Plantius stützte sich dabei auf Beschreibungen niederländischer See-Navigatoren wie Peter Dirkszohn Kaiser und Frederikte Hautmann.
00:15:42: Er stellte sie als erster auf Himmelsgloben dar, oft wird dennoch Bayer als Einführer dieser Sternbilder genannt.
00:15:52: Allerdings übernahm er nur dreizehn Sternbildern von Plantius – und ließ dabei das Kreuz aus!
00:15:58: Die heute bekannten Sternbilder Giraffe und Einhorn wurden erst sixteenhundertzwölf, ebenfalls von Plantius veröffentlicht.
00:16:09: Drei dieser neuen Sternbildern tauchten zusammen mit weiteren von Plantios die heute nicht mehr benutzt werden – zuerst im Werk von Jakob Bartsch aus sechzehnhundertvierundzwanzig auf!
00:16:22: Einige davon übernahm später Johannes Hevelius für seinen Atlas firmamentum Sobiesianium, der sechzehnhundertsiebenundachtzig erschien und noch weitere Bilder festlegte.
00:16:35: Weil das Werk von Plantius damals nicht bekannt war werden Giraffe, Kreuz- und Einhorn manchmal Hevelios, Barch oder dem weniger bekannten Astronomen Augustin Reue zugeschrieben.
00:16:50: Hevelius widmete seinen Sternatlas seinem König, Jan III Sobieski.
00:16:56: Er platzierte dessen Wappenschild als Sternbildschild an den Sommerhimmel.
00:17:01: Das Frontispitz zeigt Hevelios mit dem neuen Sternbild vor der Muse Urania im Kreis berühmter Astronomen.
00:17:12: Nikolas Louis de Lacai ergänzte um siebzehntundfünfzig nach einer Beobachtungsreise zum Kap der guten Hoffnung in Südafrika weitere Sternbilder des Südhimmels.
00:17:25: Er schuf thematische Darstellungen, die den technischen Fortschritt symbolisieren sollten – z.B.
00:17:32: den chemischen Ofen oder die Luftpumpe.
00:17:36: Neben zwölf neuen Sternbildern geht auch die Aufteilung des Schiffes Argo in Segel des Schiffs Achterdeck und Kiel auf Lakel zurück.
00:17:46: Das war nötig, weil die Niederländer dieses Sternbild vergrößert hatten und der Sternenkatalog in dieser Himmelsgegend sonst zu umfangreich geworden wäre.
00:17:57: Das heißt es brauchte Zwischenüberschriften!
00:18:01: In diesem Gebiet führte Lacai außerdem ein weiteres nautisches Sternbild ein – den Kompass.
00:18:10: Nicht mehr benutzte Sternbilder.
00:18:13: Julius Schiller versuchte sixteenhundertsiebenundzwanzig, die heidnischen Sternbilder durch biblische Gestalten und Heilige zu ersetzen.
00:18:22: Dafür gab er den christianisierten Sternatlas mit dem Titel Coelum stellatum cristianum heraus.
00:18:31: Er stützte sich dabei auf die Katalogkoordinaten von Bayer und verbesserte sie zusammen mit diesem.
00:18:38: Aus den Tierkreisbildern wurden zum Beispiel.
00:18:43: Schillers Vorhaben fand nur geringe Zustimmung.
00:18:47: Seine Konstellation erschienen jedoch in zwei Tafeln des künstlerischen Werks Harmonia Macrocosmica von Andreas Celarius, dort ergänzten sie die traditionellen Sternbilder auf weiteren Tafelen.
00:19:01: Bayer ließ allerdings das Kreuz und das Einhorn weg – die einzigen ursprünglich christlichen Sternbildern.
00:19:09: Schiller bezog sich auf ihn und folgte damit seine Adaption von Plantius.
00:19:15: Einen weniger radikalen Versuch, die Himmelsfiguren zu Christianisieren unternahm Jakob Bartsch.
00:19:21: Er stellte sixteenhundertzwanzig in seinem Buch Usus Astronomicus biblische Bezüge zu den bekannten Sternbildern.
00:19:30: her.
00:19:32: Hevelius schuf mit dem Schild ein neues politisch motiviertes Sternbild.
00:19:37: Auf.
00:19:38: ihn folgten in den nächsten einhundertfünfzig Jahren viele Hofastronomen, die die Embleme ihrer Herrscher an den Himmel setzten.
00:19:46: Bekannte Sternbilder dieser Art waren zum Beispiel das brandenburgisches Zepter und der königliche Stier von Poniatowski.
00:19:55: Einige andere Vorschläge gelangten nie-engängige Sternkarten – und dienten vor allem der eigenen Karriere!
00:20:03: Das Sternbildschild ist das einzige dieser politischen Sternbilder, dass noch anerkannt wird.
00:20:11: Seventeenhundertvierundfünfzig schlug John Hill weitere Sternbilders vor.
00:20:17: Er tat dies vermutlich aus Spott über die vielen neu eingeführten Himmelsfiguren.
00:20:23: Diese Sternbildern trugen Namen von vermeintlich niederen Lebewesen wie Kröte, Erdwurm oder Spinne.
00:20:31: Niemand nahm diese Ideen ernst.
00:20:36: Nach der Entdeckung des Uranus wollte Maximilian Held den Entdecker ehren.
00:20:43: Er führte dafür gleich zwei neue Sternbilder ein, das Große und das kleine Teleskop Herrschilds.
00:20:51: Auf den meisten Karten setzte sich allerdings nur das große Teleskop Herzschild durch, dass man zwischen den Zwillingen und dem Fuhrmann fand.
00:21:00: Manche Sternbildern entstanden schlicht aus Spaß.
00:21:04: Jérôme de la Lente.
00:21:05: er fand, siebzehnhundertneunundneunzig das Sternbild Phyllis weil er Katzen mochte und damit zugleich Voltaire widersprechen wollte.
00:21:14: Der Katzen ablehnte!
00:21:17: Seit der Erfindung des Teleskops entdeckten Forscher immer mehr Sterne und Nebel.
00:21:23: Sie brauchten neue Sternbilder um den Überblick zu behalten Weil die antiken Figuren manche weniger auffälligen Himmelsbereiche einfach ausließen.
00:21:33: Doch die Zahl der vorgeschlagenen Sternbilder wurde so groß, dass sich viele neue Ideen als unpraktisch erwiesen und wieder verschwanden.
00:21:44: Ein erster Versuch, die Sternbildern zu vereinheitlichen, fand auf einem europäischen Astronomenkongress seventeenhundert achtundneunzig statt.
00:21:54: Dabei verwarf man zahlreiche zuvor eingebrachte Vorschläge und stellte neue Ideien vor.
00:22:01: In einem Sternatlas von Johann Elad Bode aus dem Jahr eighteenhundert eins tauchten trotzdem noch insgesamt neunundneunzig Sternbilder auf.
00:22:11: Darunter waren zum Beispiel der Heißluftballon, die Buchdruckerwerkstatt, die nördliche Fliege oder die Katze.
00:22:20: Auch nach der Festlegung der Sternbildern neunzehntundzwanzig gab es noch Ideen zu neuen Namen für Sterne und Sternbilders.
00:22:28: Im Buch A Better Sky aus dem Jahr nineteenhundertvierundvierzig schlug Alan Patrick Herbert vor, viele Konstellationen und fast dreihundert Sterne umzubenennen.
00:22:41: Seine Begründung lautete, die Menschen könnten sich zeitgemäße Namen leichter merken.
00:22:48: So wollte er Orion in den Seemann verwandeln und die Sterne nach bekannten Seefahrern
00:22:54: benennen.".
00:22:55: Ein anderes Sternbild namens Draco, sollte zu einer Figur namens die Tyrannen werden, deren Sterne die Namen berühmter Herrscher und Diktatoren tragen sollten.
00:23:06: Otto Siegfried Reuter propagierte nineteenhundertvierunddreißig angeblich germanische Sternbilder, die sich aber nicht durchsetzten.
00:23:17: «Ninzehnhundertzweiundzwanzig» stellte Henry Norris Russell eine Liste mit drei buchstabigen Abkürzungen für neunundachtzig Sternbilder zusammen.
00:23:31: Darin tauchten sowohl das Schiff Argo als auch seine Teile auf, die Gründe für Russells Auswahl sind nicht überliefert – er orientierte sich vermutlich an Sternbildern, deren Sternnamen im Harvard Revised Catalog einem damaligen Standardwerk verzeichnet waren.
00:23:51: Auf einer Versammlung der Internationalen Astronomischen Union in Rom stellte Russell seine Liste anderen Astronomen vor, sie nahmen sie positiv auf und nach und nach wurde sie immer geläufiger – zwei-und vierbuchstabige Alternativen konnten sich dagegen nicht durchsetzen.
00:24:11: Bis heute werden die Sternbilder oft mit den drei Buchstaben abgekürzt, Zum Beispiel wird der Hauptstern im Sternbild Schwahn, Alpha-Zügni als Alpha Zück bezeichnet.
00:24:27: Festlegung der Grenzen Bei der ersten Generalversammlung, nineteenhundertzweiundzwanzig legte man die Anzahl der Sternbilder auf acht und achzig fest.
00:24:40: Bei der zweiten Versammlung neunzehnhundertfünfundzwantig in Cambridge beauftragte man den belgischen Astronom Eugène Del Porte die exakten Grenzen dieser Sternbilder festzulegen.
00:24:54: Dadurch sollte jede Himmelskoordinate eindeutig einem Sternbild zugeordnet
00:24:59: werden.".
00:25:01: Eugène Del Porte definierte die Grenzen anhand der Koordinatenkreise der Epoche vom ersten Januar, eighteenhundertfünfundsiebzig.
00:25:11: Benachbarte Punkte dieser Linien lagen entweder auf gleicher Declination oder auf gleicha Rektas-Zension.
00:25:20: Er konnte dabei auf die Vorarbeit von Benjamin Abthorpe Gull zurückgreifen.
00:25:25: Dieser hatte die Sternbilder rund um den Himmels Südpol schon nach den Koordinaten von eighteenhundert fünfundsiebzig abgesteckt.
00:25:35: Bei der dritten Generalversammlung, nineteenhundert achtundzwanzig in Leiden wurde alles von der internationalen Astronomischen Union genehmigt und endgültig festgelegt.
00:25:46: Damit sich die Zuordnung von Objekten zu den Sternbildern nicht durch die Präzession ändert, müssen die Koordinaten der Grenzen für jede Epoche berechnet werden.
00:25:58: Die Grenzlinien verlaufen heute nicht mehr genau auf den Koordinatengreisen so dass man die Punkte zwischen den Ecken interpolieren muss.
00:26:07: Asterismen und Sternbilder anderer Kulturen.
00:26:11: Ein Asterismus ist ein beobachtetes Muster oder eine Gruppe von Sternen am Himmel.
00:26:18: Der bekannteste Asterismus der westlichen Welt ist der große Wagen.
00:26:23: Seine Sterne sind Teil des großen Bären, in einigen westlichen Kulturen wird er Big Dipper genannt.
00:26:31: Auch das Sommerdreieck und das Wintersex-Eck zählen zu den bekannten Asterismen.
00:26:38: ist seit unzähligen Generationen weltweit bekannt und wird nahezu überall als eigene Gruppe betrachtet.
00:26:48: Asterismen können mit der Zeit zu Sternbildern werden wie beim Haar der Berenike, die alten Ägypter legten weniger Wert auf Sternbilder.
00:27:00: nur wenige sind überliefert und sie stimmen nicht mit den modernen westlichen Darstellungen überein.
00:27:07: in China folgte man einer anderen Tradition, bei der die Sternkonstellationen kleiner sind.
00:27:15: Alleine die Ägyptik wird in achtundzwanzig Abschnitte eingeteilt, was dem täglichen Lauf des Mondes entspricht.
00:27:24: Ähnliche Einteilungen finden sich in Indien und im islamischen Raum jedoch ohne figureliche Darstellung wie bei den Sternbildern.
00:27:33: In chinesischen Sternkarten verbindet man die Sterne ebenfalls nur durch Linien ähnlich wie in moderneren westlichen Karten.
00:27:41: Zudem gab es dort auch Karten zur Seenavigation.
00:27:46: Bei den Azteken hatte das Sternbild des Feuerbohrers eine große Bedeutung, alle zweiundfünfzig Jahre fand damit eine Erneuerungszeremonie statt, deren genaue Sterne bis heute umstritten sind.
00:27:59: Nur wenige aztekische Sternbilder sind überliefert und nur wenige davon lassen sich am Himmel sicher
00:28:05: zuordnen.".
00:28:07: Auch die vorislamischen Bedouinen-Sternbilder Arabiens sind meist nur bruchstückhaft bekannt und lassen sich nur in Ausnahmefällen am Himmel bestimmen.
00:28:19: Schriftlose Kulturen Die australischen Aborigines, und die Zahn im südlichen Afrika kennen neben den Sternfiguren, die aus leuchtenden Sternen gebildet werden noch andere Bilder.
00:28:33: Sie deuten die dunklen Staubwolken vor dem hellen Band der Milchstraße auf verschiedene Weise.
00:28:39: Die Aborigines sehen darin einen Emu, die Sunn erkennen darin ein Strauß.
00:28:47: Der Kohlensack wird als Kopf angesehen, während die Staubbänder im Sternbild Schütze als Körper dienen.
00:28:54: Diese Dunkelbilder zählen zu den größten Sternfiguren am Himmel – die Aboriginis kennen außerdem noch weitere Dunkelsternbilder!
00:29:03: Die Völker des Pazifiks haben nur wenige Sterne und Konstellationen benannt.
00:29:09: Zu ihnen gehören die Pleiaden, deren Sichtbarkeit am östlichen Abendhimmel den Beginn des Jahres markiert.
00:29:17: Darüber hinaus wurden vor allem Alltagsgegenstände und Meerestiere als Sternbilder verewigt.
00:29:25: Einige ihrer Sternbilders stimmen mit Westlichen überein doch die meisten haben andere Grenzen.
00:29:32: Die Bewohner der Insel Manus nördlich von Papua Neuginea kennen bis heute verschiedene Sternbilder.
00:29:40: Die Gürtelsterne des Orion stehen für Kanuinsassen, die südliche Krone gilt als Netz und das Sternbild Eridanus wird als Fischnetz gesehen.
00:29:51: Ein besonders großes Sternbild ist der Vogel, der aus den Sternen Sirius, Canopus und Prochion besteht.
00:30:01: Zu den Meeres Tieren zählt die Krabbe und als Fische gelten unter anderem der Hai- und der Stachelrochen.
00:30:08: Weitere Fischsternbilder erkennen sie zum Beispiel im Delfin oder in Sternen des Zirkels.
00:30:15: Diese Sternbilder sind nicht mit großen Sagen verbunden, sondern mit kurzen Geschichten die sich in wenigen Worten erzählen lassen.
00:30:25: Vor allem die Fische spielen eine wichtige Rolle.
00:30:28: In der Hauptfangssaison erscheint kein einziges Fischsternbild am Himmel.
00:30:33: Sie zeigen sich nur in Zeiten, in denen es sich nicht lohnt zu fischen.
00:30:38: Dadurch symbolisieren die Fischsterne die Abwesenheit der Fische im Meer.
00:30:42: Auch der Beginn des Monsoons wird mit dem gerade aufgehenden Vogel-Sternbild verknüpft.
00:30:48: Anders als in vielen anderen Kulturen nutzen die Manus ihre Sternbilder nicht zur Navigation – sie sagen, dass jeder Stern geeignet ist, weil alle gleichziehen!
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