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Alchemie

Shownotes

Von Goldmachern und unsterblichen Tränken...

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Musik: LAKEY INSPIRED - Better Days: https://soundcloud.com/lakeyinspired/better-days

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Transkript anzeigen

00:00:00: Alchämie.

00:00:01: Die Alchemie ist ein Begriff, der ab dem ersten oder zweiten Jahrhundert aufkam.

00:00:07: Er bezieht sich auf die Lehre von den Eigenschaften der Stoffe und ihren Reaktionen.

00:00:13: Sie ist ein alter Zweig der Naturphilosophie.

00:00:17: In den siebzehnten-und achzehntenten Jahrhunderten hat sie sich von der modernen Chemie und Pharmakologie abgespalten.

00:00:25: Im neunzehnten Jahrhundert wurde sie schließlich durch diese beiden Fachbereiche ersetzt.

00:00:32: Es gibt oft die Annahme, dass das einzige Ziel der Alchemisten die Herstellung von Gold war – aber ihre Interessensgebiete waren vielfältiger!

00:00:43: Die Alchemisten waren praktische frühe Chemiker und Hersteller von Schießpulver.

00:00:50: Sie waren auch Apotheker und sie hatten frühe Vorstellungen über den Aufbau der Materie.

00:00:57: Dazu gehörte die Umwandelbarkeit von Metallen, anderen Elementen oder Mineralien- und Salzen.

00:01:05: Sie spekulierten auch stark mit mythischen Ideen.

00:01:09: Sie hatten die Vorstellung, dass eine Wandlung der Stoffe gleichzeitig eine Wandlung des Alchemisten selbst bedeutete.

00:01:18: Diese Idee fand zum Beispiel das Interesse des tiefen Psychologen Karl Gustav Jung.

00:01:25: Einige Alchemisten waren auch sogenannte Goldmacher.

00:01:30: Ethymologie und Herkunft Die ältesten bekannten Aufzeichnungen über die Alchemie stammen aus dem alten Ägypten, und dem hellenistischen Griechenland.

00:01:42: Besonders die Tabula Smaragdina ist hier zu nennen.

00:01:47: Diese Informationen gelangten zunächst ausschließlich über die arabische Welt nach Europa.

00:01:55: Daher stammt das Wort Alchemie, wahrscheinlich von dem arabischen Wort al-Himiya oder al-Khimiya ab.

00:02:04: Beide haben wahrscheinlich ihren Ursprung im griechischen – es könnten die Wörter Chymeia für Metallverwandlung oder Gus oder Chymos für Flüssigkeit sein.

00:02:17: Die genaue Bedeutung des Wortes ist nicht sicher geklärt und es gibt viele mögliche Auslegungen!

00:02:24: Paracelsus und Georg Agrikula verwendeten die Wörter Chymia für Alchemie- und Chymister für den Alchemisten.

00:02:33: Alchemie kann nach älteren Annahmen als Kunst der Ägypter übersetzt werden, alternativ könnte es aus dem koptischen oder altegyptischen Wort Chemie für schwarze Erdenstamm.

00:02:47: In einer anderen Lesart könnte es auch Leere des Gießens bedeuten.

00:02:52: Im achtzehnten Jahrhundert wurde im Zedlers Universalexikon noch publiziert, dass Alchemie von Arabisch All und Chama abstammt – und daher als durch das Feuer erforscht übersetzt werden kann.

00:03:09: Die Tabula Smaragdina war das grundlegende Buch der abendländischen Alchemisten.

00:03:15: Sie ist eine Sammlung von wenigen schwerverständlichen und auslegungsbedürftigen Setzen.

00:03:23: Diese Sammlung wurde ursprünglich wohl auf Griechisch verfasst.

00:03:27: Später wurde sie in lateinischer Fassung verbreitet, Sie wird Hermes Trismegistus zugeschrieben und soll die gesamte Weltweisheit enthalten – Aufgabengebiet-und Errungenschaften.

00:03:41: Die Alchemisten hatten das Ziel, unedle Metalle in Gold und Silber umzuwandeln.

00:03:48: Jedoch war diese Idee unter Gelehrten im Mittelalter nicht allgemein akzeptiert.

00:03:53: Bedeutende Wissenschaftler wie Avicenna, Ramon Lull und Analdos von Villanova lehnten diese Idee ab.

00:04:01: Dennoch wurden ihnen viele alchemistische Schriften zugeschrieben.

00:04:06: Dies war eine übliche Praxis in der frühneuzeitlichen und mittelalterlichen alchemistischen Literatur.

00:04:14: Es ist oft unklar was in alchemisticen Texten mit den erwähnten Chemikalien gemeint ist.

00:04:22: Der Stein der Weisen war für die Alchemisten eine besondere Tinktur, die die Umwandlung eines unedlen Metalles zu Gold oder Silber ermöglichen sollte.

00:04:35: Er wurde dabei nicht verbraucht.

00:04:37: ähnlich einem Katalysator in der heutigen Chemie – es gibt Münzen, die angeblich aus künstlichem Silber geprägt wurden das mit dem Stein der weisen hergestellt.

00:04:50: Die Alchemie war aber nicht nur von der Idee, der künstlichen Herstellung von Gold und dem Stein der Weisen beherrscht.

00:04:58: Seit der Antike suchte man sowohl im Abendland als auch im Orient nach einem Universal-Allheilmittel – ein gesuchtes Universallösungsmittel wurde Alcahest genannt!

00:05:12: Neben einer theoretischen Komponente gab es einen praktischen Teil, der den sorgfältigen Umgang mit Destilations-, Extraktions- und Sublimationsapparaturen voraussetzte.

00:05:26: In der griechisch-arabischen Alchemie waren die Urelemente Erde, Wasser, Luft und Feuer nach Empedocles bekannt.

00:05:36: Hinzu kam eine schon bei Aristoteles vorhandene Auffassung von gegensätzlichen Prinzipien, die als Grundbestandteile aller Stoffe ihre Entsprechungen in der Alchemie hatten.

00:05:49: Für Umwandlungen sollten die Stoffee erst von unreinen Zutaten befreit und auf die Materia prima zurückgeführt werden, die dann zum Beispiel in Gold überführt werden

00:05:59: sollten.".

00:06:01: Bei alchemistischen Prozeduren stand vor allem die optimale Mischung der Elemente oder Prinzipien im Vordergrund.

00:06:08: Dies wurde erreicht durch Destillation von Stoffgemischen.

00:06:13: Im arabischen Raum kam ab dem neunten Jahrhundert den elementen Schwefel und Quecksilber eine besondere Bedeutung zu.

00:06:22: Dies wurden auch für die abendländische Alchemie bestimmend, die sich ab dem zwölften Jahrhundert durch das Bekanntwerden Arabischer Autoren entwickelte.

00:06:31: Sie übernahmen die Rolle von Prinzipien bei der Umwandlung der Stoffe.

00:06:37: Die meisten Alchemisten des Mittelalters waren Geistliche, vor allem in Klöstern.

00:06:44: Erst im ausgehenden Mittelalter drang die Alchemie in breitere Kreise vor – was sich im Aufkommen erster alchemistischer Schriften in den Landessprachen zeigt!

00:06:55: Die alchemistischen Autoren des Mittelalters waren überwiegend kirchentreu und suchten ihr Wirken in die kirchliche Lehre einzubinden.

00:07:04: Paracelsus führte im frühen sechzehnten Jahrhundert ein drittes Prinzip – das Salz, ein!

00:07:11: Das Ziel von ihm und seinen Nachfolgern war in erster Linie die Erneuerung der damaligen Medizin und Entdeckungen in der Pharmazie.

00:07:21: Für Paracelus war Alchemie zu Ende bringen was noch nicht vollendet ist.

00:07:26: Sie allein ist das, was das Unreine durch Feuer zum Reinen bereitet.

00:07:31: Wie wohl nicht alles Feuer brennt?

00:07:33: So is doch alles Feuer und bleibt

00:07:35: Feuer.".

00:07:37: Alchemisten hatten gegenüber Außenstehenden häufig ein Schweigegebot bezüglich ihrer Kenntnisse.

00:07:44: Sie bedienten sich einer verschlüsselten Fachsprache die für Uneingeweite nicht verständlich war.

00:07:51: Viele Geheimnisse wurden nur mündlich den vertrauenswürdigsten Schülern anvertraut.

00:07:57: Ab dem sechzehnten Jahrhundert verbreitete sich das alchemistische Wissen mit dem Aufkommen des Buchdrucks in breitere Kreise.

00:08:07: Die Alchemisten bezogen auch häufig die Astrologie mit ein, so standen die Metalle für Himmelskörper – Das Gold für die Sonne, Das Silber für den Mond, Das Eisen für den Mars, Das Quecksilber für der Merkur, Das Zinn für den Jupiter, Das Kupfer für die Venus Das Blei für den Saturn.

00:08:29: Alchemisten befassten sich, im Gegensatz zu gelegentlichen Falschangaben nur allegorisch mit der Herstellung lebender Kunstwesen.

00:08:38: In bildhaften Darstellungen wurden zudem chemische Elemente personifiziert.

00:08:45: Aus der Vereinigung von Mann und Frau wurden etwa Herma-Froditen geboren die Merkmale beider Ausgangsstoffe trugen.

00:08:53: Damit ist nicht die Erschaffung eines künstlichen Wesens gemeint, sondern eine chemische Reaktion wird bildhaft gedeutet.

00:09:01: Die alchemistischen Vorstellungen beruhten auf den damals gängigen und verbindlichen Naturphilosophien.

00:09:08: Der Übergang von der Alchemie zu den heute noch gängigem Materialwissenschaften wie der Metallurgie, der pharmazeutischen und der medizinischen Forschung geschah teilweise fließend.

00:09:21: Alchemisten standen häufig als frühe Chemiker und Metallurgen mit dem Bergbau- und Metallverarbeitung in Verbindung.

00:09:29: Weitere Bereiche waren neben Pharmazie zum Beispiel die Glasherstellung, so ist.

00:09:36: die experimentelle Anwendung der Alchemie ist ein Ausdruck aus der Alchemie des mittelalterlichen Europas.

00:09:56: Er bezieht sich auf die erfolgreiche Umwandlung des Ausgangsstoffes in Gold oder auf die Herstellung des Steins der Weisen.

00:10:05: Dieser Begriff wurde als Metapher für eine geistige Transformation, in der hermetischen Tradition verwendet.

00:10:13: Der Prozess zur Herstellung das Steins später drei Stufen.

00:10:24: Manchmal spricht man sogar von sieben oder zwölf Stufen!

00:10:28: Die praktische Anwendung des Opus Magnum zielte darauf ab, unedle Stoffe in Gold zu verwandeln – das geschah, indem man den unedlen Stoff durch den roten Stein führte.

00:10:40: Dies stand im Gegensatz zum einfacheren kleinen Werk.

00:10:44: Bei diesem verwandelte man durch das weiße Elixir, auch Tinctura Alba oder Tochter der Philosophen genannt, unedle Stoffe in Silber.

00:10:55: In der Alchemie gab es immer Streit darüber wie die einzelnen Stufen gestaltet werden sollten.

00:11:02: Bei einem vierstufigen Prozess ist die Schwerze der Anfang und symbolisiert den ursprünglichen Zustand der Materie.

00:11:11: Diesen Zustand nannte man auch die Materia prima.

00:11:15: Die weiteren Prozesse waren die Weißung, Gelbung und endeten mit der höchsten Stufe – der Rötung.

00:11:23: Diese Stufen basierten auf der griechischen Philosophie der Quaternität.

00:11:28: Diese Vorstellung lehnt sich an die antike Elementenlehre der vier Elemente aus Erde, Wasser, Luft- und Feuer an.

00:11:38: Über die Jahrhunderte hinweg wurde das Opus magnum zu einer unentwirbaren Mischung aus unterschiedlichsten Anweisungen und Erfahrungen.

00:11:48: Diese machten den praktischen Prozess immer unverständlicher, oft wollte man damit über die eigene Unwissenheit hinwegtäuschen oder Misserfolge verbergen.

00:11:59: Die Anweisung waren symbolisch mehrdeutig und in rätselhafter Sprache geschrieben.

00:12:04: Paracelsus geht über die vier Stufen hinaus den Prozess einer siebenstufigen Transmutation.

00:12:15: Carl Gustav Jung, der Begründer der analytischen Psychologie, kam zu dem Schluss, dass der Schritt von der Quaternität zur Trinität durch innere und psychische Gründe erklärt werden muss.

00:12:29: Er glaubte, das im großen Werk nicht äußere oder praktische Prozesse beschrieben wurden, sondern unbewusst innere Zusammenhänge in die Materie und arbeitsweise projiziert wurden.

00:12:45: Dieser Ansatz entwickelte sich auch parallel zur praktischen Alchemie in der abendländischen Mystik – so sprachen die Rosenkreuzer von Geistiger- oder theoretischer Alchemie.

00:12:57: Sie sollte zur Vollendung des eigenen Menschen führen!

00:13:01: Im Mittelalter entstanden Vorstellungen, die unedle Metalle als minderwertig einstuften und Gold als wertvoll ansahen.

00:13:11: Dies basierte auf der Idee, dass unedlemetale krank-und edlemetallegesund sein.

00:13:19: Man glaubte, daß die Heilung der Krankenmetalle durch ein bestimmtes Mischungsverhältnis erreicht werden konnte.

00:13:27: Dies führte zur Suche nach einem Elixier oder dem Stein der Weisen.

00:13:33: Man glaubte, dass dieses Elixir die Metalle von Unreinheit und Krankheit befreien sollte.

00:13:39: Die Vorstellung, das eine solche Tinctur auch als Universalarznei für Menschen dienen könnte war weit verbreitet.

00:13:47: Diese Idee findet sich zum Beispiel in Werken von Roger Bacon und John Destin.

00:13:53: Die Alchemie war nicht nur eine praktische Disziplin – sie hatte auch eine philosophische Dimension!

00:14:00: Die verschiedenen alchemistischen Prozesse standen symbolisch für die Entwicklung des Menschen.

00:14:06: Ziel war die Umwandlung niederer Stoffe oder Metalle in das edelste Metall Gold.

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