Kryptozoologie
Shownotes
Auf der Suche nach legendären, mysteriösen Kreaturen...
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00:00:00: Kryptozologie – Terminologie, Geschichte und Ansatz.
00:00:06: Die Krypto-Zoologie geht auf die Arbeiten der Zoologen Bernhard Heuvelmans aus Belgien und Ivan T. Sanderson aus Schottland zurück.
00:00:15: Heuvalmans veröffentlichte in nineteenhundert fünfundfünfzig sein wegweisendes Werk On the Track of Unknown Animals.
00:00:24: Dieses Buch gilt als wichtiger Meilenstein für Kryptoiseologen und führte zu zahlreichen weiteren Veröffentlichungen.
00:00:33: Sanderson veröffentlichte außerdem eine Serie von Büchern, die die Grundlagen der Kryptozoologie mitprägten – darunter Abominable Snowman Legend Come to Life.
00:00:45: Heuvelmans selbst wies auf Anthony Cornelis Udemons hin, der eine große bis lang unbekannte Robbenart als Ursache für Berichte über Seeungeheuer vermutete.
00:00:58: Kryptozoologie bedeutet das Studium verborgener Tiere.
00:01:03: Der Begriff leitet sich aus dem Altgriechischen ab, Kryptos bedeutet Verborgen, Zoyon bedeutet Tier und Logos bedeutet Wissen oder Studium – er stammt aus nineteenhundertneunundfünfzig oder früher.
00:01:21: Heuvelmans führt die Einführung des Wortes auf Sandersen zurück.
00:01:25: In der Mitte kam es um den Begriff Kryptid, um Lebewesen zu beschreiben die verborgen oder unbekannt sind und kryptozoologisch untersucht werden.
00:01:40: Der Oxford English Dictionary definiert Kryptit als ein Tier dessen Existenz- oder Überleben umstritten oder unbestätigt ist.
00:01:50: Auch wenn Kryptozoologen den Ausdruck verwenden, ist er in der akademischen Zoologie unüblich.
00:01:57: Einige Fachleute sehen in dieser Fixierung auf Kryptiden eine pseudowissenschaftliche Weiterführung älterer Monster und Fabelwesen aus der Volklore die nun mit einem scheinbar wissenschaftlichen Namen versehen werden.
00:02:12: Tatsächlich entdecken Biologen regelmäßig neue Arten Kryptozoologen konzentrieren sich jedoch oft auf Wesen aus der Überlieferung, darunter das Ungeheuer von Loch Ness, Champ, Bigfoot und der Chupacabra.
00:02:28: Zum Aufspüren solcher Kreaturen setzen Krypto-Zoologen häufig Bewegungsmelder, Nachtsichtgeräte und Tonaufnahmen ein.
00:02:38: Es wurde versucht, kryptozologische Methoden zu vereinheitlichen Doch anerkannte und erfolgreiche Verfahren, wie in anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen existieren nicht.
00:02:52: Manche Wissenschaftler sehen schon inmittelalterliche Deutungen von Fabelwesen vorläufer heutiger kryptozoologischer Ansätze.
00:03:01: Zudem wird die Psychologie hinter solchen Sichtweisen untersucht.
00:03:06: Nur wenige Kryptozologen besitzen eine formale wissenschaftliche Ausbildung und meist fehlt ein konkreter Bezug zur Kryptozologie.
00:03:15: Oft werden akademische Titel betont, auch wenn sie nicht unbedingt für das Fachgebiet relevant
00:03:20: sind.".
00:03:23: So wurde Professor Roy Markall wiederholt als angesehener Biologe genannt – obwohl er nicht speziell für die Erforschung unbekannter Tiere ausgebildet war.
00:03:35: Neben Heuvelmans, Sanderson und Markall haben auch Grover Kranz, Karl Schucker und Richard Greenwell akademische Hintergründe, uns sind in kryptozoologischen Kreisen bekannt.
00:03:49: Immer wieder präsentierten namhafte Kryptozologen angeblich eindeutige Beweise die sich später als Täuschung herausstellten.
00:03:58: Häufig kam dies erst bei genauer Betrachtungen durch Fachleute oder durch ein Geständnis der Verantwortlichen ans Licht.
00:04:06: Kryptozoologinnen und Kryptozoologen haben häufig Expeditionen unternommen, um Beweise für Kryptiden zu finden.
00:04:15: Diese Unternehmungen blieben meist erfolglos – der Bigfoot-Forscher René dahinten suchte in Höhlen nach Hinweisen auf den Sasquatch, weil frühe Legenden besagten, dass diese Wesen in felsigen Gebieten leben.
00:04:30: Obwohl seine Nachforschung ohne Erfolg verbrachte er viele Jahre damit, den Bigfoot zu beweisen.
00:04:38: Lenz Grave Adam Christopher Knuth leitete eine Expedition zum Lake-Teele im Kongo um dort in dem Jahr der Mokelem Bembe aufzuspüren.
00:04:51: Diese Suche endete ebenfalls ohne Ergebnis.
00:04:55: Dennoch entdeckte das Team währenddessen eine neue Art von Grünalgen.
00:05:01: Jungerde Kreationismus.
00:05:04: Ein Teilbereich der Kryptozologie befürwortet die Pseudowissenschaft des jungen Erdekreationismus.
00:05:10: Dieser Zweig lehnt die konventionelle Wissenschaft ab und setzt auf eine wörtliche biblische Interpretation, er vertritt zum Beispiel die Vorstellung lebender Dinosaurier.
00:05:23: Die Wissenschaftsjournalistin Sharon A Hill hebt hervor dass diese Richtung gut finanziert sei und Expeditionen durchführe das Ziel sei, einen lebenden Dinosaurier zu entdecken der ihre Ansicht nach die Evolution widerlegen würde.
00:05:42: Der Anthropologe Yeb J. Card betont dass Kreationisten die Kryptozoologie für sich entdeckt haben.
00:05:49: einige Expeditionen werden von Kreationnisten unterstützt und umgesetzt um die Evolution zu widerlegen.
00:05:58: In einem Interview aus dem Jahr zwei Tausend Dreizehn weiß der Paleontologe Donald Protero auf eine wachsende Zahl kreationistischer Kryptozoologen hin.
00:06:09: Seine Beobachtungen nach agieren dabei häufig kreacionistische Geistliche, die nach dem Ungeheuer von Loch Ness oder dem Mokele im Bem besuchen.
00:06:22: Sie gehen davon aus, dass der Fund eines lebenden Dinosaureas die Evolutionstheorie entkräften könnte.
00:06:30: Protero erklärt jedoch – dies wäre lediglich ein spätes Auftreten einer Dinosaurierart und würde die Evolution nicht invalidieren!
00:06:41: Der Religionswissenschaftler Justin Malys beschreibt das die Kryptozoologie schon lange eine enge Verbindung zum jungen Erde-Kreationismus hat….
00:06:52: Als Beispiel nennt er eine Ausstellung aus dem Jahr zeigte Drachen als reale Geschöpfe, die einst gemeinsam mit Menschen auf der Erde gelebt haben sollen.
00:07:10: Viele Medien verbreiten häufig unkritisch Informationen aus kryptozoologischen Quellen – Zeitungen wiederholen mit unterfalsche Behauptung von Kryptozologen.
00:07:22: Auch manche Fernsehsendungen stellen Kryptozoologen als Monsterjäger dar.
00:07:29: Ein Beispiel dafür ist die beliebte und angeblich sachliche amerikanische Sendung Monster Quest, die von seven bis ten ausgestrahlt wurde.
00:07:42: Häufig versäumt die Berichterstattung über vermeintliche Kryptiden wahrscheinlichere Erklärungen zu liefern – dadurch werden die Behauptungen der Kryptozoologen weiterverbreitet!
00:07:55: Rezeption und Pseudo-Wissenschaft.
00:07:58: Es besteht ein breiter Konsens unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, dass Kryptozoologie eine Pseudowissenschaft ist.
00:08:07: Diese Subkultur wird regelmäßig dafür kritisiert sich auf Anekdoten zu stützen.
00:08:14: Bei der Suche nach Tieren die nach Ansicht der meisten Fachleute kaum existieren können halten KryptozoologInnen und Cryptozoologen sich zudem nicht an wissenschaftliche Methoden.
00:08:27: Es gibt keine akademische Ausbildung oder Universitätsabschlüsse, die den Titel Kryptozoologin- oder Kryptozologe verleihen.
00:08:36: Dieses Feld wird hauptsächlich von Personen ohne naturwissenschaftliche Fachkenntnisse betrieben – der Anthropologe Jeb J. Card fasst Kryptоzologie in einer Übersicht über Pseudowissenschaft und Pseudoarchäologie zusammen!
00:08:54: Nach seiner Einschätzung behauptet Krypto-Zoologie, bisher unbekannte Tierarten zu erforschen.
00:09:01: Auf den ersten Blick unterscheidet sich das nicht allzu sehr von der Zoologie – denn jedes Jahr entdecken Fachleute tatsächlich neue Arten.
00:09:12: Kryptozoologenen und Cryptozologen stellen diese Funde jedoch oft so dar als rechtfertigten sie die eigene Suche!
00:09:21: Häufig verschweigen sie dabei, dass die Entdeckerinnen und Entdeckern akademisch ausgebildete Zoologinnen- und Zoologen sind, die in einem ökologischen Rahmen forschen statt Expeditionen auf den Spuren angeblich großer und ungewöhnlicher Kreaturen zu organisieren.
00:09:39: Kart stellt fest, das Kryptozoologinen und Krypto-Zoologen häufig Verachtung gegenüber professionellen Fachleuten zeigen!
00:09:49: Er führt das auf eine früh entstandene Wut gegen Kritikerinnen und Kritiker dieser Disziplin zurück, und sieht darin Parallelen zu anderen Pseudowissenschaften wie Geisterjagd und der Erforschung unbekannter Flugobjekte.
00:10:05: Er vergleicht die Vorgehensweise der Kryptozoologie teils mit kolonialen Großwildjagden.
00:10:17: Seiner Meinung nach stammt ein Großteil der vorgestellten Kryptiden aus indigenen Erzählungen, die jedoch oft deutlich verändert wiedergegeben werden.
00:10:27: Card beschreibt eine komplizierte Mischung aus Mitgefühl und Interesse für indigene Kulturen, die aber zugleich deren Überlieferungen vereinnahmen oder neu erfinden kann.
00:10:40: Ähnliches beobachtet er auch in Kreisen, die esoterische Theorien verbreiten und infragwürdigen Geschichten über indianische Grabstätten oder andere Legenden wie beim Amity Will schwindel.
00:10:55: In einem Vorwort aus dem Fachjournal the American Biology Teacher – aus dem Jahr two-thausend elf nennt Dan Ward damals Präsident der Nationalen Vereinigung der Biologie Leerkräfte Die Kryptozoologie, ein Beispiel für technologische Pseudo-Wissenschaft.
00:11:15: Das könne Schülerinnen und Schüler in Bezug auf die wissenschaftliche Methode in die Irre führen.
00:11:20: Ward betont, Krypto-Zoologie sei keine gültige Wissenschaft sondern im Grunde Monsterjagd.
00:11:28: In einer Ausgabe der Zeitschrift Folklore aus dem Jahr nineteenhundertzweiundneinzig schreibt die Volkskundlerin Véronique Campion Vincent dass in aller Welt Erscheinungen mysteriöser Tiere gemeldet würden.
00:11:43: Der Glaube an wundersame und übernatürliche Kreaturen sei allgegenwärtig und zeitlos.
00:11:50: In Regionen, die einst von Europa erobert wurden, hätten indigene Überlieferungen die Wahrnehmung der Erobernden stark geprägt, sobald sie in einer neuen natürlichen Umgebung
00:12:02: ankam.".
00:12:04: Während die Wissenschaft an Bedeutung gewann, hätten sich alte Erzählungen verändert und seien oft sehr konkret ausgestaltet worden.
00:12:13: So entstanden nach Campion Wincent moderne Legenden, gestärkt durch Medienberichte und touristisches Interesse.
00:12:23: Laut ihr wurde die Erforschung dieser rätselhaften Tiererscheinungen von verschiedenen Gruppen betrieben – von esoterisch Interessierten, von Volkloristinnen und Volklaristen und von Kryptozoologenen.
00:12:43: Letztere ordnet sie als Parawissenschaft ein – ähnlich wie die Parapsychologie.
00:12:50: In ihrer Enzyklopädie der amerikanischen Volklore hebt die Wissenschaftlerin Linda Watts hervor, dass Erzählungen über nicht reale Tiere oder Wesen oft Monster genannt, in den Vereinigten Staaten einen beliebten Forschungsgegenstand darstellen.
00:13:09: Kryptozoologie gehöre für sie zu den amerikanischen Erzähltraditionen, in denen viele Monster vorkämen.
00:13:18: Der Volkskundler Peter Dendell erläutert in seiner Analyse der Krypto-Zoologie das sich Anhängerinnen und Anhänger dieser Subkultur bewusst gegen die anerkannte Wissenschaft stellen.
00:13:31: Gleichzeitig diene die Kryptozoologie dazu, Schuldgefühle über die Zerstörung von Lebensräumen und Arten auszudrücken.
00:13:40: Sie vermittelt zudem ein Gefühl von Geheimnis- und Gefahr in einer Welt, die bereits vollständig kartiert und erforscht erscheine und praktisch auf Satellitenbildern angesehen werden könne Denn Dell sagt weiter, viele in dieser Szene lehnten wissenschaftliche Erkenntnisse wie die Evolutionsbiologie oder fossile Belege ab.
00:14:05: Der Historiker Mike Dash betont, dass nur wenige Forschende daran zweifeln – es gebe tausende noch unentdeckte Tierarten.
00:14:14: Dabei handele es sich jedoch vor allem um wirbelose Arten wie Ameisen und Käfer, die Kryptozoologinnen und Kryptozoologen kaum
00:14:24: interessieren.".
00:14:26: Stattdessen erforsche man lieber schwerer, fassbare Lebewesen, deren Existenz trotz jahrzehntelanger Bemühungen unbestätigt sei.
00:14:36: Der Pallionthologe George Gaylord Simpson zählte Krypto-Zoologie in den letzten Jahren zu Beispielen menschlicher Leichtgläubigkeit – ähnlich wie Kreationismus oder Berichte über fliegende Objekte aus dem Weltraum.
00:14:53: Seiner Ansicht nach zeige sich darin ein Hang zur Täuschung und leichtem Glauben.
00:14:59: Das erinnere an das lateinische Sprichwort Ich Glaube, weil es unglaublich ist – dass einst an anderer Stelle verwendet worden
00:15:07: sei.".
00:15:09: Der Paläontologe Donald Prottero zählte Kryptozoologie und reiht sie neben die Leugnung historischer Tatsachen oder Berichte über Entführungen durch nicht identifizierte Flugobjekte in jenen Teil der amerikanischen Kultur ein, den er für offensichtlich haltlos hält.
00:15:32: Die Autorin Hill untersuchte zwei Tausend Siebzehn Inn Scientific Americans The Culture of Amateur Paranormal Researchers verschiedene Aspekte dieser Szene.
00:15:45: Dabei beschreibt sie Versuche, innerhalb der Krypto-Zoologie wissenschaftlicher zu werden.
00:15:50: Sie erwähnt auch das Interesse mancher Anhängerinnen und Anhänger einer jungen Erde – und die zahlreichen Fälschungen!
00:15:59: Viele Kryptozoologenen und Cryptozologen seien zwar leidenschaftlich und fest davon überzeugt, echte Rätseltiere zu finden.
00:16:08: Dennoch hinterfrage man Sichtungen selten kritisch….
00:16:12: Ähnlich wie in der Geisterforschung würden sich viele für die Lösung des Rätsels halten, was auch immer wieder finanzielle oder sensationsorientierte Motive bestärke.
00:16:23: All das schade der Glaubwürdigkeit der Kryptozoologie massiv!
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